Funktion
Web Forms
Manche Dokumente gehen nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern an jeden, der sie braucht: Einwilligungen, Anträge, Onboarding-Unterlagen. Ein Web Form macht aus einer Vorlage einen öffentlichen Link, den jeder ausfüllen und unterschreiben kann.
- Ein Link je Formular
- Einbettbar per iframe
- Ablaufdatum und Obergrenze
Der Unterschied
Kein Empfänger, der vorher feststeht
Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist die Eigenschaft, aus der alles Weitere folgt.
Bei einer gewöhnlichen Signaturanfrage wissen Sie, an wen sie geht: Sie tragen die Adresse ein, Signido schickt einen Link dorthin, und schon der Zugriff auf dieses Postfach ist ein Teil des Nachweises.
Ein Web Form hat diesen Anker nicht. Der Link ist öffentlich; wer ihn öffnet, gibt seine Daten selbst an. Deshalb kann ein Formular nur solche Verfahren zur Prüfung verwenden, die eine wildfremde Person überhaupt vorweisen kann — nämlich den Nachweis über die E-Mail-Adresse, die sie gerade selbst eingetragen hat. Ein Zugangscode, den Sie vorher vereinbart hätten, existiert hier nicht.
- Einmalcode per E-Mail
- Signido schickt einen Code an die eingetragene Adresse. Erst nach Eingabe geht es weiter. Das belegt, dass die Person Zugriff auf dieses Postfach hat.
- Link per E-Mail
- Der Vorgang wird an die eingetragene Adresse geschickt und dort fortgesetzt. Kein Code, aber dieselbe Bindung an das Postfach.
Einbetten
Auf der eigenen Seite
Ein iframe genügt — begrenzt auf die Herkünfte, die Sie eintragen.
<!-- Die Seite, die das Formular einbettet, muss in der
Herkunfts-Allowlist des Formulars stehen. Steht sie nicht darin,
verweigert der Browser die Einbettung. -->
<iframe
src="https://signido.de/f/einwilligung-2026"
title="Einwilligungserklärung"
width="100%"
height="900"
style="border: 0"
></iframe>Die Allowlist ist keine Formalie. Ohne sie könnte jede beliebige Seite Ihr Formular in ihren eigenen Rahmen setzen und im Umfeld eigener Texte erscheinen lassen. Mit ihr weist der Browser die Einbettung von jeder Herkunft ab, die nicht eingetragen ist — geprüft wird das im Browser über die Sicherheitsrichtlinie der Seite, nicht durch ein Skript, das man umgehen könnte.
Ohne Einbettung funktioniert derselbe Link direkt: signido.de/f/… lässt sich verschicken, verlinken oder als QR-Code auf ein Blatt Papier drucken.
Einstellungen
Was sich je Formular festlegen lässt
- Ablaufdatum
- Nach diesem Zeitpunkt nimmt das Formular nichts mehr entgegen. Sinnvoll für alles, was eine Frist hat — eine Anmeldung, eine Aktion, ein Stichtag.
- Höchstzahl an Einreichungen
- Ist sie erreicht, ist das Formular geschlossen. Das ist die Obergrenze, an die man denkt, wenn ein Link weiter geteilt wird als gedacht.
- Herkunfts-Allowlist
- Die Seiten, die das Formular einbetten dürfen. Leer bedeutet: keine Einbettung, nur der direkte Link.
- Weiterleitung nach dem Unterschreiben
- Eine eigene Adresse, auf die der Vorgang danach führt — die Dankeseite Ihres Prozesses statt der von Signido.
- Veröffentlichen und zurückziehen
- Ein Formular ist erst öffentlich, wenn es veröffentlicht wurde, und lässt sich wieder schließen. Bereits eingereichte Vorgänge laufen unverändert weiter — sie sind eigenständige Signaturvorgänge.
Offen
Was heute nicht geht
Drei Dinge, die auf einer Funktionsliste stehen könnten und in diesem Stand nichts tun.
- Kein CAPTCHA. Es ist kein Anbieter angebunden. Damit niemand ein Formular betreibt, dessen Schutz nur in einer Datenbank steht, verweigert Signido die Veröffentlichung eines Formulars, für das ein CAPTCHA verlangt wurde — statt den Schalter stillschweigend zu ignorieren. Gegen Massenzugriffe wirkt heute die Ratenbegrenzung auf der öffentlichen Route und der Einmalcode.
- Kein eigenes Erscheinungsbild je Formular. Das Branding folgt der Organisation, nicht dem einzelnen Formular.
- Kein eigenes Webhook-Ereignis für eine Einreichung. Jede Einreichung erzeugt eine gewöhnliche Signaturanfrage, und deren Ereignisse werden ganz normal zugestellt. Ein Ereignis, das speziell „Formular ausgefüllt" heißt, gibt es nicht.
Diese drei Punkte stehen hier und nicht im Kleingedruckten, weil ein Formular, dessen Schutz man für aktiv hält, schlechter ist als eines, von dem man weiß, dass es keinen hat.
Nach der Einreichung
Aus jedem Ausfüllen wird ein vollständiger Vorgang
Was entsteht
Eine Einreichung ist keine Zeile in einer Tabelle, sondern eine eigene Signaturanfrage: mit eigenem Dokument, eigenem Protokoll, eigenem Siegel und eigenem Abschlusszertifikat. Sie erscheint in derselben Übersicht wie alles andere, lässt sich genauso durchsuchen und herunterladen, und die einreichende Person erhält ihr Dokument wie jeder andere Unterzeichner auch.
Signaturniveau
Welche Signatur dabei entsteht
Das Niveau kommt aus der Vorlage, auf der das Formular aufsetzt, und gilt für jede Einreichung.
Verfügbarkeit von AES und QES
AES und QES sind derzeit nicht verfügbar. Sie werden über einen externen qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter angeboten, und solange keiner angebunden ist, lehnt Signido eine Anfrage auf diesem Niveau ab, statt sie stillschweigend als einfache elektronische Signatur auszuführen.
Was heute ohne Einschränkung geht, ist die einfache elektronische Signatur (SES) — mit vollständigem Protokoll, Siegel und Abschlusszertifikat. Siehe Elektronische Signatur.
Keine Rechtsberatung
Diese Seite beschreibt, was Signido technisch erzeugt und was die eIDAS-Verordnung dazu sagt. Sie ist keine Rechtsberatung. Ob ein bestimmtes Signaturniveau für einen konkreten Vertrag ausreicht, hängt vom Einzelfall ab und ist rechtlich zu klären.
Häufige Fragen
Braucht die ausfüllende Person ein Konto?
Nein. Sie öffnet den Link, füllt aus, bestätigt den Einmalcode aus ihrem Postfach und unterschreibt. Ein Konto ist an keiner Stelle nötig.
Kann dieselbe Person mehrfach einreichen?
Ja, sofern die Höchstzahl das zulässt — jede Einreichung ist ein eigener Vorgang. Wenn das nicht gewünscht ist, ist die Obergrenze das Mittel; eine Sperre je Adresse gibt es nicht, weil dieselbe Person mehrere Adressen hat und eine Sperre damit vor allem den ehrlichen Fall trifft.
Kann ich ein Formular mit AES oder QES anbieten?
Weiterlesen
- SignaturanfrageReihenfolge, Erinnerungen, Fristen und die zehn Zustände einer Anfrage.
- VorlagenRollen statt Namen, Felder einmal setzen, beliebig oft verwenden.
- MassenversandEine Vorlage, eine CSV, bis zu 1.000 eigenständige Anfragen.
- APIREST, API-Schlüssel, Testmodus, Idempotenz und signierte Webhooks.
- White LabelLogo, Farben, eigenes CSS, eigene Domain — und was davon heute noch fehlt.
Eine Vorlage, ein Link
Web Forms setzen auf einer Vorlage auf — Dokument, Rollen und Felder werden einmal festgelegt und dann öffentlich gemacht.